Die richtige Anschlussfinanzierung finden.

Die meisten Menschen sind bereit, für das eigene Reich viel Geld auszugeben. Der Immobilienkredit ist daher nur selten nach Ende der Zinsbindung abbezahlt. Um die Schulden zu tilgen, ist eine Anschlussfinanzierung notwendig. Berücksichtigen Kreditnehmer dabei neben dem Vorschlag ihrer Hausbank weitere Finanzierungsangebote, können sie einiges an Zinsen sparen.

Ca. 90 Tage vor Ablauf Ihrer Baufinanzierung wird Ihnen Ihre Bank, bei der Sie die erste Finanzierung abgeschlossen haben, ein Angebot für eine Anschlussfinanzierung unterbreiten. Wenn Sie allerdings allein darauf warten, dann bleibt Ihnen meist nichts anderes mehr übrig, als das Angebot anzunehmen, da Sie keine Vergleichsmöglichkeiten haben. Informieren Sie sich daher mindestens ein halbes Jahr vor Ablauf der Zinsbindung. Als mündiger und vorausdenkender Kreditnehmer sollten Sie sich jedoch schon während dem Abschluss Ihres ersten Kredites Gedanken um die Anschlussfinanzierung machen. Denn dadurch stehen Ihnen sehr viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Bewaffnen Sie sich jetzt mit allen nötigen Informationen, sodass die Bank Ihnen nur noch alte Hüte auftischen kann.

Ist eine Anschlussfinanzierung mit Volltilgung sinnvoll?

Wenn Ihre Restschuld nicht zu hoch ist, können Sie eine Anschlussfinanzierung mit Volltilgung anstreben. Hier werden Ihre monatlichen Rückzahlungsraten höher ausfallen. Allerdings gewährt Ihnen die Bank im Gegenzug auch satte Zinsnachlässe. Dies sollten Sie sorgfältig in Anbetracht Ihres persönlichen Budgets und der Kosten der Baufinanzierung prüfen. Falls dem nichts entgegen steht, spricht nichts gegen eine Anschlussfinanzierung durch Volltilgung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Forward-Darlehen?

Das Forward-Darlehen ist wohl die weiseste und vorausschauendste Option. Wer sich früh, also schon Jahre vor Ende der Zinsbindung, mit dem gängigen Bauzins auseinandersetzt, der kann sich ein günstiges Forward-Darlehen sichern und bares Geld sparen.

Forward-Darlehen: Wie funktioniert das?

Falls Sie sich im Fenster von einem Jahr bis fünf Jahre vor Ende Ihrer Zinsbindungsfrist befinden, können Sie ein Forward-Darlehen beantragen. Die Forward-Darlehen Definition ist die folgende: Sie können sich in dem vorher genannten Zeitraum zu dem aktuell gängigen Zinssatz einen neuen Kredit sichern, mit dem Sie dann Ihre Anschlussfinanzierung fortführen. Ist das Forward-Darlehen unterschrieben, sind Sie zur Abnahme verpflichtet. Allerdings ist hier auch immer etwas Glücksspiel mit von der Partie, da niemand prognostizieren kann, ob der Zinssatz jetzt schon den tiefsten Stand erreicht hat oder noch weiter fallen wird. Momentan haben Sie allerdings gute Karten damit, einen sehr günstigen Zins zu erhalten. Vor einigen Jahren lagen die Bauzinsen bei fast 10%.

Was sind die Forward-Darlehen Konditionen?

Je länger der Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung in der Zukunft liegt, umso höher ist der Zinssatz. Logischerweise muss die Bank einen Zinsanstieg während der Forward-Periode mit einkalkulieren. Die besten Konditionen erhalten Sie ab 3 Jahren vor Ihrem Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung. Zusätzlich sind dann die aktuellen Zinssätze und Konditionen der Bank ausschlaggebend.

Ist das Forward-Darlehen sinnvoll für mich?

Ob das Forward-Darlehen sinnvoll für Sie ist, können Sie erst einmal daran festmachen, ob Sie sich noch im passenden Zeitraum dafür befinden. Wenn ja, dann sollten Sie sich die Zinsentwicklung der letzten Zeit und die Zinsprognosen der Zukunft anschauen. Lassen Sie sich als Kreditnehmer von einem unserer Experten beraten, um den richtigen Zeitpunkt für Ihr Forward-Darlehen sinnvoll zu planen um nicht unnötig hohe Zinsen zu zahlen.

Was bedeutet Prolongation?

Die Prolongation ist Ihre nächste Option für eine Anschlussfinanzierung. Hier gilt es allerdings auch zu beachten, dass die Prolongation nicht einfach nur eine simple Verlängerung Ihres Kredits ist.

Prolongation: Wie funktioniert das?

Die Prolongation verlängert Ihren bestehenden Kredit, allerdings zu Konditionen, die nicht so attraktiv wie die einer Umschuldung sind. Günstigerweise fallen bei der Prolongation die Bonitätsprüfung und der Notarbesuch weg, da es sich um dasselbe Kreditinstitut handelt. Es muss auch keine neue Grundschuld eingetragen werden. All das spart Kosten, in der Regel 0,3% auf die Darlehenssumme. Mindestens 60 Tage vor Ablauf Ihrer Zinsbindungsfrist erhalten Sie von Ihrer bisherigen Bank eine Anschlussfinanzierung, also ein Angebot für Ihre Prolongation.

Was ist das Prolongationsrisiko?

Das Prolongationsrisiko ist offensichtlich: Ihre Bank unterbreitet Ihnen aufgrund des komfortablen Finanzierungsanschlusses tendenziell höhere Zinsen. Das kann Sie bei einem Immobilienkredit schon mal mehrere tausend Euro kosten, da der Zinssatz über Jahre hinweg gilt. Nehmen Sie das Prolongationsrisiko sehr ernst, da durch die höheren Zinsen vermeidbare Mehrkosten auf Sie zukommen.

Und die Vorteile der Prolongation?

Es gibt natürlich auch Vorteile bei der Prolongation. Bonitätsprüfung und Notarbesuch (und damit verbunden auch Notarkosten) adé! Denn die Bank kann nach vielen Jahren recht genau einschätzen, wie hoch das Risiko bei Ihrer Darlehensrückzahlung ist.